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8. Mai 2016

Der Kulturpark (Kulturparken) in Växjö

Der Kulturpark Småland ist im Grunde eine Aktiengesellschaft, die von der Stadt Växjö und der Region Kronoberg gebildet wurde um mehrere kulturelle Gebäude, Schlossruinen und einen Dampfer zu verwalten und die kulturellen Werte in und um Växjö zu erhalten. Allgemein versteht man unter dem Kulturparken jedoch mehr die kulturellen Werte, die damit unter einen gewissen Schutz fallen. Kostenlos besucht werden kann innerhalb des Kulturparks lediglich der sogenannte Museumspark (Museiparken), der zwischen dem Haus der Auswanderer und dem alten Gebäude des Smålands Museum liegt.

Foto: Herbert Kårlin

Der Museumspark besteht aus mehreren historischen Gebäuden des Småland und bildet ein kleines Freiluftmuseum in dem man mehrere Gebäude aus dem 18. Jahrhundert finden kann und die den Besucher in die Vergangenheit Schwedens entführen.

Das bekannteste Gebäude dieses Freiluftmuseums ist vermutlich der gegen 1750 erbaute Domprostgården, der ursprünglich zur Domkirche gehörte, 1870 jedoch, mit dem Bau der Eisenbahnlinie, zur Wohnung von Angestellten der Eisenbahn wurde und als Eisenbahngaststätte diente. In diesem Haus wurde auch der Schriftsteller und Nobelpreisträger Pär Lagerkvist geboren und in seiner Umgebung verbrachte er seine Jugend.

Die historisch vermutlich interessantesten Gebäude des Freilichtmuseums sind wiederum die Wassermühle (Hjulkvarnen), die, je nach Wassermenge, auf zwei verschiedene Weisen betrieben werden konnte und die etwas höher liegende Windmühle (Väderkvarnen), dessen Oberteil gedreht werden konnte, so dass die Windräder immer in der optimalen Windlage waren. Beide Mühlen wurden bereits 1930 hier aufgestellt, als der Museumsdirektor und Architekt Paul Boberg noch den Plan hatte hier ein größeres Freilichtmuseum aufzubauen in dem man einen Querschnitt der früheren Häuser des Småland finden sollte.

Auch das Ganghaus (Loftboden) aus Långaskruv sollte man sich etwas genauer ansehen, denn hierbei handelt es sich um ein zweistöckiges Gebäude, das eigentlich die Scheune und das Lager eines Gehöfts war, jedoch so gebaut wurde, dass der obere Teil während der Erntezeit im Sommer auch von Knechten und Mägden zum Schlafen benutzt werden konnte. Diese Art der Gebäude waren im 18. und 19. Jahrhundert sehr häufig im Småland, verschwanden mittlerweile jedoch weitgehend aus der Landschaft.

Die sogenannte Högloftstugan, die gegen 1750 in Angelstad gebaut wurde, war dagegen ein Wohnhaus, das ärmere Bauern von Großgrundbesitzern mieteten, gemeinsam mit einem Stück Land das sie bebauen konnten, jedoch in der Regel mit der Auflage auch eine bedeutende Arbeitsleistung auf dem Hof zu leisten. Später wurden diese kleinen Gebäude auch an Soldaten oder Fischer vermietet, die bereit waren auf Komfort zu verzichten und nur eine geringe Miete bezahlen konnten.
Copyright: Herbert Kårlin

8. März 2016

Das Schloss Malmöhus in Malmö

Bereits der dänisch-norwegische König Erich von Pommern begann 1434 Malmö zu befestigen, eine Befestigung, mit der Friedrich I. allerdings wenig zufrieden war, denn bereits 1525 beauftragte dieser Albert Jepsen Ravensberg die Anlage in ein Schloss zu verwandeln und für den Feind uneinnehmbar zu gestalten. Auf Grund diesen Auftrags entstand zwischen 1526 und 1539 das Malmöhus Slott, das Schloss Malmöhus, das heute noch weitgehend, bis auf einen Anbau, im Originalstil erhalten ist. Auch der Wallgraben stammt noch aus dem Jahre 1530.

Foto: Herbert Kårlin

Allerdings sah das älteste noch erhaltene Renaissanceschloss im nördlichen Raum, das in vielen Augen mehr wie eine Burg aussieht, nie so aus wie ursprünglich geplant, denn 1529 brach ein Brand aus, der aus finanziellen Gründen zu Änderungen des Gebäudes führten und 1534 brach die Grafenfehde aus und die Bürger Malmös rissen Teile des Schlosses ab, unter anderem den Schützengang, was heute noch deutlich zu sehen ist.

Zwischen 1554 und 1559 wählte der dänische Kronprinz Friedrich, der spätere Friedrich II., Schloss Malmöhus zu seinen Wohnsitz, und später wohnte auch noch Friedrich III. für kurze Zeit auf Malmöhus, das während dieser Zeit auch als Gefängnis für edle Gefangene benutzt wurde. Als Schloss Malmöhus mit dem Frieden von Roskilde im Jahre 1658 zu Schweden kam, verlor die Befestigung nahezu seine Bedeutung, wenn man davon absieht, dass hier dänentreue Freischärler und politische Gefangene gefangen gehalten wurden und ein Schlosskommandant für die Verteidigung des Schlosses eingesetzt war.

Ab dem Jahre 1822 wurde Schloss Malmöhus dann als Gefängnis benutzt in dem nicht nur Straftäter, sondern auch Aufwiegler, Bettler und Obdachlose untergebracht wurden, jedoch nur für wenige Jahre, denn 1828 öffnete in Malmö das damals modernste Gefängnis Schwedens mit 102 hellen und fünf dunklen Zellen, das mehr ein Arbeitshaus als ein Gefängnis war. Nach einem weiteren Brand im Malmöhus Slott im Jahre 1870 wurde der westliche Flügel abgerissen und an dieser Stelle ein weiteres Gefängnis gebaut, das bis 1914 in Betrieb war und bis 1921 noch vereinzelt Gefangene aufnahm.

Anschließend wurden die Gefängnisanlagen abgerissen und der entstehende Neubau wurde am 1937 in zwei Museen verwandelt, nämlich das städtische Museum und das Kunstmuseum, die man noch heute in Schloss Malmöhus findet. Zum Schloss gehört auch noch der nahe Schlosspark und zum Museum gehören auch die holländische Windmühle und das Kommandantenhaus außerhalb des Wallgrabens.

Copyright: Herbert Kårlin