Posts mit dem Label Kristina Nilsson werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kristina Nilsson werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

6. Mai 2016

Die Konzerthalle (Konserthuset) in Växjö

Bereits im Jahre 1965 diskutierte der Stadtrat in Växjö von der Notwendigkeit einer Konzerthalle (Konserthuset), ohne dass dies jedoch zu irgendeinem Ergebnis führte, denn erst 1983 kam die Frage dann offiziell auf den Tisch des Stadtrats. Die Zeit verging und 1986 wurde ein vorliegender Bauplan wegen politischer Uneinigkeit zu den Akten gelegt. Als dann ein Jahr später eine Ausschreibung für de Bau der Konzerthalle erfolgte, entschied sich die Jury einstimmig für einen Plan der Architekten Henrik Jais-Nielsen, Mats White und Henrik Wibroes, und nach über 20 Jahren konnte der Bau der Konzerthalle in die Wege geleitet werden.

Foto: Herbert Kårlin

Im Jahre 1988 gründeten der schwedische Baugigant NCC, die Sparbanken und das Unternehmen Fortet eine Aktiengesellschaft für den Bau und die Leitung der Konzerthalle, wobei Fortet jedoch bald darauf die Firma verließ, die nur zehn Jahre später an den lokalen Geschäftsmann Olof Hallrup verkauft wurde. 2003 übernahm ein Unternehmen der Stadt Växjö die gesamte Anlage und seit 2008 führt das daneben liegende Elite Parkhotel das Unternehmen Konserthuset.

Die Konzerthalle in Växjö wird sehr eng mit der schwedischen Hofsängerin Birgit Nilsson verknüpft, da die Sängerin am 3. März 1989 den ersten Spatenstich unternahm und am 2. September 1991 auch das fertige Gebäude einweihte. Der große Konzertsaal für 800 Besucher ist allerdings einer anderen Nilsson gewidmet, nämlich der Opernsängerin Kristina Nilsson, die am 21. November 1921 in Växjö starb und damit einen lebenden Gedenkstein erhielt.

Wenn man die Konzerthalle in Växjö betrachtet, versteht man, dass man hierfür insgesamt 5000 Quadratmeter Fensterglas benötigte, denn Glas scheint bei diesem Gebäude, das auf rund 15.000 Quadratmetern Fläche 600 Räume unterbringt, eine sehr wichtige Rolle zu spielen.

Das Växjö Konserthuset bietet jedes Jahr rund 100 Vorstellungen unterschiedlichster Art, denn neben klassischer Musik wird hier auch Oper geboten, werden Rockkonzerte veranstaltet, Musicals geboten und Komiker auf die Bühne eingeladen. Zu diesem nationalen und internationalen kulturellen Angebot kommen auch Konferenzen für die hier Räume unterschiedlicher Größe existieren, und die über alle modernen technischen Möglichkeiten verfügen.

Auch wenn das Glaskunstwerk Legend i glas von Victor Lindstrand, das man auf dem Platz vor der Konzerthalle findet, an den Schutzheiligen Växjös erinnernt, an den Heiligen Siegfried (S:t Sigrfrid) und 1978 unabhängig von der Konzerthalle entstand, so hat man den Eindruck, dass dieses Werk eine Einheit mit dem Konserthuset bildet. Genau genommen war dieses Kunstwerk mit Springbrunnen jedoch für den Stortorget bestimmt, aber, wie so manch anderes öffentliche Kunstwerk der Stadt, konnte sich der Stadtrat nicht einigen und statt dem großen Marktplatz wurde die Konzerthalle um ein Kunstwerk bereichert, das sich aus tausend verschiedenen Glastücken zusammensetzt.
Copyright: Herbert Kårlin

4. Mai 2016

Das alte Rathaus (Rådhuset, Stadshotellet) in Växjö

Während nahezu jeder Besucher Växjös auf die Residenz am Stortorget hingewiesen wird, und viele auch im dortigen Verkehrsamt Informationen über die Stadt suchen, wird das monumentale Gebäude auf der gegenüberliegenden Seite des Marktplatzes kaum erwähnt, es sei denn im Zusammenhang mit der Hotelaktivität, dem Restaurant, der Kneipe und dem Nachtklub, die mittlerweile in diesem historischen Gebäude eingezogen sind.

Foto: Herbert Kårlin

Vielleicht liegt dies daran, dass das ehemalige Rathaus (Rådhus), das der Architekt Vilhelm Theodor Anckarsvärd hier errichtete und das 1851 eingeweiht wurde, mehrmals bedeutende Umbauten erlebte und seit 2003 als Privatbesitz nur noch für Gäste der verschiedenen Einrichtungen zugänglich ist. Auch die zahlreichen Kunstobjekte, die hier bereits im letzten Jahrhundert angesammelt wurden oder, wie die Glasfenster aus Orrefors, ein fester Bestandteil des Gebäudes wurden, gingen in privates Eigentum über.

Das alte Rathaus, später auch Stadshus, noch später Stadshotell (Stadthotel) und heute weiterhin ein Hotel, ist sehr eng mit Växjö verbunden, denn seit dem 17. Jahrhundert hatte hier das Rathaus seinen Platz und, nach jedem Brand wurde an der gleichen Stelle ein neues Rathaus aufgebaut, wobei das erste Gebäude bis 1941 noch im Sigel der Stadt zu finden war, obwohl um diese Zeit nichts mehr an dieses Rathaus erinnern konnte.

Das heutige Aussehen erhielt das Stadthotel weitgehend bei den Umbauten und Erweiterungen des Jahres 1885, abgesehen von der Front zur Kungsgatan, denn diese entstand zwar teilweise bereits unter Helgo Zettervall im Jahre 1874, aber bekam die endgültig Form erst 1942 unter dem Architekten Paul Boberg. Ein Rathaus, oder auch ein Stadshus, war natürlich nicht nur ein Verwaltungsgebäude, sondern hier gab es Räume für Tanzvergnügen, hier wurden bedeutende Vereine gegründet, im Falle Växjös auch der Lions Club und der Rotary Club, und hier schliefen staatliche Repräsentanten bei ihren Aufenthalten in Växjö.

Im Stadshotellet, das sich ab Beginn des 19. Jahrhunderts im alten Rathaus befand, feierte die Sängerin Kristina Nilsson, auch Christina Nilsson geschrieben, ihren 70. Geburtstag und am 22. November 1921 starb die Sängerin auch in einem der Räume in dem sie sich auf Anraten des Arztes eingemietet hatte.

Aber auch wenn man heute das Stadshotellet nicht mehr von innen besichtigen kann, so zeugt allein die Front  zum Stortorget welche Bedeutung dieses Gebäude einst hatte, denn gemeinsam mit der Residenz ging von hier aus ab Mitte des 19. Jahrhunderts die gesamte politische Macht aus. Und diese beiden Gebäude sind auch der Grund dafür, dass, nach einem Stadtbrand, zwischen ihnen der größte Marktplatz (Stortorget) der Stadt entstand. Und dabei sollte man bedenken, dass sich hier 1851 auch noch kein Parkplatz befand, sich hier also der tägliche Handel abspielte.

Copyright: Herbert Kårlin